Pipedrive API: was sich bauen lässt, wie Sie Zugang bekommen, wo die Grenzen liegen
Die Pipedrive API ist die offizielle REST-Schnittstelle des CRM: Über sie liest und schreibt ein anderes Programm Deals, Personen, Organisationen, Produkte und Aktivitäten, und über Webhooks erfährt es, wenn sich dort etwas ändert. Zugang bekommen Sie auf zwei Wegen, mit einem persönlichen API-Token für eigene Skripte oder per OAuth für Apps, die andere installieren. Grenzen gibt es drei: Apps bekommen nur die Plätze in der Oberfläche, die Pipedrive vorsieht; das Tagesbudget an API-Tokens teilen sich alle Integrationen eines Unternehmens und wird vor allem durch Abfragen in festen Abständen knapp; und unvollständige Daten im CRM bringen jede Anbindung ins Stolpern.
Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie an den Zugang kommen, welche Rechte eine Anbindung wirklich braucht und wie Sie vorab ausrechnen, ob Ihr Vorhaben ins Budget passt. Die Beispiele kommen aus dem Alltag deutscher Vertriebsteams: Rechnungen in Lexware Office oder sevDesk, der Weg zum DATEV-Export, die Frage nach der DSGVO. Wie die Rechnungsseite grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt unser Beitrag zur Fakturierung aus dem CRM. Stand der Angaben: 12. Oktober 2026; alle Pipedrive-Seiten haben wir an diesem Tag abgerufen.
Was lässt sich mit der Pipedrive API bauen?
Zwei grundverschiedene Dinge: unsichtbare Hintergrund-Anbindungen und sichtbare Erweiterungen in der Pipedrive-Oberfläche. Wer das vorher trennt, schätzt den Aufwand realistischer ein.
Die Hintergrund-Anbindung ist der Normalfall. Ein Dienst auf Ihrem Server oder bei einem Dienstleister ruft die Schnittstelle über HTTP auf, liest einen gewonnenen Deal, legt daraus einen Beleg in der Buchhaltung an und schreibt die Rechnungsnummer zurück. Der Vertrieb sieht davon nur das Ergebnis im Deal. Jede Synchronisation zwischen Pipedrive und einem Rechnungsprogramm funktioniert so, ebenso Importe aus einem Webformular oder ein nächtlicher Abgleich mit der Warenwirtschaft.
Die sichtbare Erweiterung steckt dagegen in der Pipedrive-Oberfläche selbst. Laut der Übersicht der App-Erweiterungen gibt es dafür einen festen Satz an Bausteinen:
| Baustein | Was er tut | SDK nötig |
|---|---|---|
| App-Aktion als Link | schickt den Nutzer auf eine Seite Ihrer App | nein |
| App-Aktion als JSON-Modal | Dialog aus vorgefertigten Elementen, direkt in Pipedrive | nein |
| JSON-Panel | Bereich in der Detailansicht mit Daten Ihrer App | nein |
| Custom Panel, Custom Modal, schwebendes Fenster | eigene Webinhalte als iframe | ja |
| Eigene Einstellungsseite | iframe im Einstellungsbereich Ihrer App | ja |
| Video- und Messaging-Erweiterung | Anbindung eines Video- oder Chat-Dienstes über ein Manifest | nein |
Für eine erste Version ist der deklarative Weg fast immer der bessere. Ein JSON-Panel mit fünf Feldern und einem Knopf sieht aus wie Pipedrive, weil Pipedrive es zeichnet. Ein eigenes iframe bietet mehr Freiheit, verlangt aber das SDK von Pipedrive, und Gestaltung wie Pflege liegen danach bei Ihnen.
Wo finden Sie die Pipedrive API Dokumentation?
An zwei Stellen, die unterschiedliche Fragen beantworten. Die Referenz unter developers.pipedrive.com listet jeden Endpunkt mit Parametern, Antwortformat und seinem Preis in Tokens. Die Anleitungen unter pipedrive.readme.io erklären Konzepte wie Authentifizierung, Webhooks und die Regeln für Marketplace-Apps. Dazu kommt ein Änderungsprotokoll, das Sie abonnieren sollten, sobald eine Anbindung produktiv läuft.
Die Referenz zeigt zurzeit zwei Generationen nebeneinander. Für die Kernobjekte zählt aber nur noch Version 2: Die v1-Endpunkte für Aktivitäten, Deals, Personen, Organisationen, Produkte, Pipelines, Phasen und die Suche sind laut Pipedrive seit dem 1. August 2026 ohne Support. Sie funktionieren vorerst noch, können aber ohne weitere Vorwarnung geändert oder abgeschaltet werden. Viele Nebenfunktionen gibt es dagegen weiterhin nur als Version 1. Die Referenz zu den Deal-Endpunkten nennt für Version 2 diese Kosten: einen Deal abrufen 1 Token, eine Liste von Deals 10, einen Deal ändern oder anlegen 5, eine Suche 20. Laut Pipedrives Leitfaden zur sparsamen API-Nutzung kosten die neuen Endpunkte bis zur Hälfte weniger als die alten. Sie sind allerdings nicht rückwärtskompatibel, ein Umstieg bedeutet also Codeänderungen. Wer heute neu anfängt, hat für die Kernobjekte keine Wahl mehr und baut auf Version 2.
Wie bekommen Sie einen Pipedrive API Token?
Aus Ihren persönlichen Einstellungen in Pipedrive, ohne Antrag und ohne Freischaltung durch den Support. Die Anleitung zum Auffinden des API-Tokens beschreibt den Weg so:
- Oben rechts auf Ihren Kontonamen klicken und die Unternehmenseinstellungen öffnen.
- Unter „Persönliche Einstellungen“ den Punkt „API“ wählen, oder direkt app.pipedrive.com/settings/api aufrufen.
- Den Token kopieren und sofort in einem Passwort-Tresor oder einer Umgebungsvariablen ablegen.
Fehlt der Menüpunkt „API“, verweist Pipedrive auf eine eigene Anleitung, mit der ein Administrator den API-Zugang für Nutzer freischaltet. Zwei Details aus derselben Anleitung sind wichtig: Wer in mehreren Pipedrive-Unternehmen Mitglied ist, hat für jedes einen eigenen Token. Und es ist immer nur ein Token gleichzeitig aktiv.
Übergeben wird der Token laut der Seite zur Authentifizierung im Header x-api-token jeder Anfrage. Dieselbe Seite warnt: Wer den Token ändert, legt alle Integrationen lahm, die ihn verwenden. Ein Token, der in drei Werkzeugen steckt, lässt sich also nicht für eines davon zurückziehen. Und weil er an genau einen Nutzer und ein Unternehmen gebunden ist, sieht jede Integration mit diesem Token alles, was dieser Nutzer sieht. Wird der Zugang dieser Person entfernt, müssen Sie damit rechnen, dass auch die Anbindung stillsteht. Planen Sie deshalb von Anfang an, unter welchem Nutzer eine Anbindung läuft.
API-Token oder OAuth: welcher Zugang passt zu Ihrem Vorhaben?
Der API-Token passt für Skripte im eigenen Unternehmen, OAuth für alles, was ein anderes Unternehmen installieren soll. Jede App im Pipedrive Marketplace arbeitet mit OAuth. Für eine rein interne Anbindung ist OAuth möglich, aber nicht kostenlos: Sie registrieren dafür eine eigene App im Developer Hub von Pipedrive und müssen die Token-Erneuerung selbst betreiben. Und auch eine OAuth-App wird von einem bestimmten Nutzer installiert und arbeitet mit dessen Zugang, sie sieht also ebenfalls nur, was dieser Nutzer sehen darf.
Bei OAuth erklärt Ihre App vorab, welche Bereiche sie braucht, die sogenannten Scopes, etwa nur Deals lesen oder Kontakte auch ändern. Laut der Anleitung zur OAuth-Autorisierung sieht der Kunde bei der Installation die App und ihre Scopes und entscheidet sich mit „Allow and install“ oder „Cancel“. Eine Auswahl einzelner Scopes gibt es dabei nicht: Der Kunde nimmt das ganze Paket oder keines. Jeder Scope, den Sie zusätzlich anfragen, ist deshalb ein weiterer Grund, die Installation abzubrechen. Eine Anbindung, die Deals liest und Aktivitäten anlegt, braucht deals:read und activities:full, nicht deals:full. Die Rechnungsanbindung weiter unten braucht dagegen deals:full, weil sie die Rechnungsnummer zurückschreibt, und contacts:read.
Für den Betrieb zählen zwei Fristen aus derselben Anleitung. Ein Zugriffs-Token läuft nach 60 Minuten ab und wird mit dem Refresh-Token erneuert. Der Refresh-Token wiederum verfällt, wenn er 60 Tage lang nicht benutzt wird. Eine Anbindung, die nur im Quartalsabschluss läuft, muss danach neu installiert werden, wenn sie zwischendurch nicht wenigstens ihren Token erneuert. Planen Sie dafür einen kleinen regelmäßigen Auftrag ein.
Welche Rechte braucht eine App für Webhooks?
Nicht zwingend Administratorrechte. Seit Januar 2024 gibt es laut dem Änderungsprotokoll zu den neuen Webhook-Scopes zwei engere Berechtigungen: webhooks:read erlaubt einer App, ihre Webhooks aufzulisten, webhooks:full zusätzlich, sie anzulegen und zu löschen. Der breite Scope admin funktioniert weiterhin, ist für Webhooks aber nicht mehr nötig. Auch die aktuelle Scope-Referenz von Pipedrive führt webhooks:read und webhooks:full mit den Aufrufen zum Auflisten, Anlegen und Löschen von Webhooks.
Das ist mehr als eine Formalie. Der admin-Scope verlangt, dass die installierende Person Administrator im Unternehmen ist, und er gibt der App zugleich Zugriff auf Pipelines, Phasen, Felder, Nutzer und Berechtigungen. Für eine Rechnungsanbindung, die nur wissen will, wann ein Deal gewonnen wurde, ist das deutlich zu viel. Nicht jede Seite der Pipedrive-Dokumentation sagt hier dasselbe: Die Anleitung zu Webhooks für Apps nennt beim Abruf am 12. Oktober 2026 noch ausschließlich admin. Tragfähig ist die Scope-Referenz, die beide Wege nebeneinander aufführt; testen Sie die Installation trotzdem einmal mit einem Nutzer ohne Administratorrechte.
Für Webhooks selbst gelten feste Spielregeln, die der Leitfaden zu Webhooks v2 nennt. Normale Nutzer können Webhooks im Rahmen ihrer eigenen Rechte anlegen, Administratoren für alle Nutzer. Ein Webhook meldet dabei nur Änderungen an Objekten, auf die der zugehörige Nutzer Zugriff hat. Wer über alle Deals informiert werden will, richtet den Webhook laut Leitfaden mit einem Administrator ein, der alles sieht. Pro Nutzer sind höchstens 40 Webhooks erlaubt. Antwortet Ihr Server nicht innerhalb von zehn Sekunden mit einem Erfolgscode, versucht Pipedrive es nach 3, 30 und 150 Sekunden erneut. Scheitern zehn Erstzustellungen, sperrt Pipedrive den Webhook für 30 Minuten, und Meldungen aus dieser Zeit gehen verloren. Kommt drei Tage in Folge keine Zustellung durch, löscht Pipedrive den Webhook. Eine Anbindung sollte deshalb regelmäßig prüfen, ob ihre Webhooks noch existieren, und verpasste Änderungen mit einem nächtlichen Abgleich über updated_since nachholen. Die ausgehenden Webhooks selbst unterliegen laut Leitfaden nicht dem Rate-Limit der API.
Wie groß ist das Tagesbudget der Pipedrive API?
Es hängt am Tarif und an der Zahl der Plätze, und es gilt für das ganze Unternehmen. Laut dem Hilfeartikel zu den Nutzungsgrenzen gelten in den aktuellen Tarifen diese Werte:
| Tarif | API-Tokens pro Tag |
|---|---|
| Lite | 30.000 × Plätze |
| Growth | 60.000 × Plätze |
| Premium | 150.000 × Plätze |
| Ultimate | 210.000 × Plätze |
Das entspricht 30.000 Basis-Tokens mal einem Faktor von 1, 2, 5 oder 7 je Tarif. Nach oben ist bei 100 Millionen Tokens Schluss. Zusätzliche Token-Pakete lassen sich zukaufen, und ältere Tarife, die vor der Umstellung abgeschlossen wurden, tragen andere Namen und teils andere Werte. Den aktuellen Verbrauch sehen Administratoren unter Einstellungen, Unternehmen, Nutzung.
Laut Pipedrives Dokumentation zu den Rate-Limits gehen bei 75 und bei 100 Prozent des API-Budgets E-Mails an die Administratoren. Ist das Budget aufgebraucht, beantwortet die Schnittstelle Anfragen mit dem Status 429, bis es um Mitternacht zurückgesetzt wird, und zwar in der Zeitzone des Servers, nicht unbedingt in Ihrer. Wer trotz 429 weiter in hoher Zahl anfragt, wird bei Anbindungen mit API-Token zusätzlich mit dem Status 403 gesperrt. Pipedrive empfiehlt im Optimierungsleitfaden deshalb, nach einem 429 gezielt zu warten.
Entscheidend ist das Wort „Unternehmen“. Laut demselben Leitfaden teilen sich alle Nutzer und alle Integrationen dasselbe Budget, auch Marketplace-Apps, die per OAuth verbunden sind. Ihre neue Anbindung konkurriert also mit dem E-Mail-Abgleich, dem Telefonie-Plugin und jedem Automatisierungswerkzeug, das bereits läuft.
Neben dem Tagesbudget gibt es eine Kurzzeitgrenze für Lastspitzen. Sie gilt je Token in einem gleitenden Fenster von zwei Sekunden: mit API-Token 20 Anfragen im Tarif Lite, 40 in Growth, 100 in Premium und 120 in Ultimate, für OAuth-Apps jeweils das Vierfache. Die Suche ist in allen Tarifen auf 10 Anfragen je zwei Sekunden begrenzt. Wie viel im laufenden Fenster noch übrig ist, steht im Header x-ratelimit-remaining jeder Antwort. Eine Massenaktualisierung muss deshalb gebremst laufen, auch wenn das Tagesbudget reicht.
Wie rechnen Sie vorab aus, ob Ihre Anbindung ins Budget passt?
Indem Sie jeden Aufruf eines Durchlaufs mit seinem Preis aus der Referenz multiplizieren. Das dauert eine Viertelstunde und erspart die Fehlersuche im dritten Betriebsmonat.
Ein Rechenbeispiel auf Version 2: Für eine Rechnung liest die Anbindung den Deal (Einzelabruf, 1 Token), seine Produktpositionen (ein Listenabruf, 10), die Person und die Organisation (je ein Einzelabruf, je 1) und schreibt danach die Rechnungsnummer in ein Deal-Feld (Änderung, 5). Das sind 18 Tokens pro Rechnung, bei 100 Rechnungen am Tag 1.800. Ein Team mit drei Plätzen im Tarif Growth hat 180.000 Tokens am Tag. Die Rechnungsanbindung fällt darin kaum auf.
Teuer wird ein anderes Muster: das ständige Nachfragen. Fragt ein Skript jede Minute die Deal-Liste ab, um gewonnene Deals zu finden, sind das 1.440 Listenabrufe zu je 10 Tokens, also 14.400 am Tag, auf den nicht mehr unterstützten v1-Endpunkten das Doppelte. Bei einem einzelnen Platz im Tarif Lite mit 30.000 Tokens frisst diese eine Abfrage fast die Hälfte des Tagesbudgets, ohne dass etwas passiert ist. Pipedrive rät deshalb ausdrücklich zu Webhooks statt Abfragen in festen Abständen, zu einem Zwischenspeicher für Daten, die sich selten ändern, und zum Parameter updated_since, der nur neue oder geänderte Datensätze liefert. Ähnlich bei der Suche: Wer vor jedem Schreiben per Suche prüft, ob ein Kontakt schon existiert, zahlt 20 Tokens pro Prüfung.
Wie sieht eine Anbindung an Lexware Office oder sevDesk aus?
Pipedrive liefert die Daten, das Buchhaltungsprogramm erzeugt den Beleg. Pipedrive selbst schreibt keine buchhalterisch gültigen Rechnungen, und die eingebaute Rechnungsfunktion arbeitet laut Pipedrive nur mit QuickBooks Online zusammen, das im deutschen Markt kaum verbreitet ist; die Einzelheiten stehen in unserem Überblick, wie Sie Rechnungen aus Pipedrive erstellen. Für Lexware Office oder sevDesk läuft eine eigene Anbindung typischerweise in fünf Schritten:
- Ein Webhook meldet, dass ein Deal den Status „gewonnen“ erreicht hat.
- Die Anbindung liest Deal, Produktpositionen, Person und Organisation über die Pipedrive API.
- Sie prüft die Pflichtangaben: vollständige Anschrift, gegebenenfalls Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Steuersatz je Position.
- Sie legt Kontakt und Rechnung über die Schnittstelle des Buchhaltungsprogramms an.
- Sie schreibt Rechnungsnummer und Status zurück in ein eigenes Feld am Deal.
Schritt 4 sieht je nach Programm anders aus. Die Lexware Office API setzt den XL-Tarif voraus und erwartet den Schlüssel als Bearer-Token. Die sevDesk API steht im Tarif Buchhaltung Pro zur Verfügung und erwartet ihr Token ohne den Zusatz „Bearer“. Beide Unterschiede klingen klein und kosten beim ersten Versuch trotzdem Zeit. Welche fertigen Wege es zwischen Lexware Office und Pipedrive gibt, haben wir im Beitrag lexoffice mit Pipedrive verbinden gegenübergestellt.
Schritt 3 ist der unterschätzte. Fehlen in Pipedrive Anschrift oder Steuersatz, kann keine Schnittstelle eine korrekte Rechnung erzeugen. Eine gute Anbindung bricht in diesem Fall ab, hinterlässt eine Aktivität am Deal und erklärt, was fehlt, statt einen fehlerhaften Beleg zu erzeugen.
Und wie kommen die Daten zu DATEV?
In der Regel nicht direkt aus Pipedrive, sondern über das Buchhaltungsprogramm. Pipedrive führt Deals und Kontakte, aber keine Buchungen, Konten oder Belege. Die Steuerkanzlei braucht genau diese. Der übliche Weg ist deshalb zweistufig: Die Pipedrive API liefert die Daten an Lexware Office oder sevDesk, und das Buchhaltungsprogramm übergibt sie im DATEV-Format oder über seine eigene DATEV-Anbindung an die Kanzlei.
Eine direkte Strecke von Pipedrive zu DATEV ist technisch möglich, verlangt aber, dass Ihre Anbindung selbst Buchungssätze mit Konten, Steuerschlüsseln und Belegnummern erzeugt. Das ist Buchhaltungslogik, keine CRM-Logik. Dazu kommt eine organisatorische Hürde: Für seine Online-Schnittstellen verlangt DATEV ein von DATEV-Beratern begleitetes Onboarding, auch wenn Sie nur für den Eigenbedarf bauen. Die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag zur Anbindung von Buchhaltung und DATEV. Für die meisten Unternehmen ohne eigene Entwicklungsabteilung ist der Umweg über das Buchhaltungsprogramm der robustere. Unser eigener DATEV Connector ist für frühestens 2027 geplant und muss dasselbe Onboarding durchlaufen.
Was verlangt die DSGVO beim Umgang mit dem API-Token?
Behandeln Sie den Token wie einen Generalschlüssel zu Ihren Kundendaten, denn technisch ist er genau das. Er öffnet alles, was der zugehörige Nutzer sieht, also Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Gesprächsnotizen. Er lässt sich nicht auf einzelne Bereiche beschränken.
Daraus folgen drei praktische Regeln. Erstens: Geben Sie einen Token an einen externen Entwickler, einen Integrationsdienst oder eine Agentur, verarbeitet dieser personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag. Art. 28 der Datenschutz-Grundverordnung verlangt dann einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und einen Dienstleister, der hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bietet. Zweitens: Der Token gehört verschlüsselt in einen Tresor oder eine geschützte Umgebungsvariable, nicht in eine Tabelle, eine E-Mail oder ein Code-Repository. Art. 32 verlangt ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau und nennt Verschlüsselung als eine der möglichen Maßnahmen. Drittens: Weil ein geänderter Token alle Anbindungen zugleich trennt, sollten Sie wissen, wo er überall steckt, bevor Sie ihn wechseln müssen.
OAuth löst einen Teil davon strukturell. Jede App bekommt nur ihre Scopes, und eine Deinstallation entzieht ihr den Zugriff, ohne andere Anbindungen zu berühren. Das entspricht dem Grundsatz der Datenminimierung besser als ein Token mit vollem Nutzerzugriff. Die vertragliche Seite ersetzt OAuth aber nicht: Verarbeitet der Anbieter einer App Ihre Kundendaten auf seinen Servern, brauchen Sie auch mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Fragen Sie deshalb vor der Installation, welche Daten die App speichert, wo sie verarbeitet werden und welche Unterauftragnehmer beteiligt sind.
Wo stößt die Pipedrive API an ihre Grenzen?
An drei Stellen, und keine davon steht auf der Funktionsliste.
Die erste ist die Oberfläche. Erweiterungen leben dort, wo Pipedrive Platz vorsieht: im Seitenbereich, in einem Dialog, in einem schwebenden Fenster. Die Deal-Ansicht ersetzen oder eigene Bedienelemente in die Pipeline-Ansicht setzen kann keine App. Wer eine grundlegend andere Bedienung braucht, baut außerhalb von Pipedrive.
Die zweite ist das gemeinsame Budget. Ein Testkonto mit einem einzigen Plugin verhält sich anders als ein Unternehmen mit zwölf Integrationen. Eine Anbindung, die im Test einwandfrei läuft, kann im Alltag am Budget scheitern, das andere Werkzeuge schon verbraucht haben. Dazu kommt die Umstellung auf Version 2: Für die Kernobjekte sind die v1-Endpunkte seit August 2026 ohne Support und können ohne Vorwarnung wegfallen. Eine ältere Anbindung, die noch darauf läuft, gehört deshalb jetzt umgestellt, nicht erst beim ersten Ausfall.
Die dritte Grenze ist keine technische und wird am häufigsten unterschätzt: unvollständige Daten. Doppelte Kontakte, fehlende Anschriften und leere Pflichtfelder sorgen dafür, dass jede Rechnungsanbindung abbricht oder falsche Belege erzeugt. Eine Bereinigung vor dem Bau ist deshalb oft der größte Teil der Arbeit: Dubletten zusammenführen, Anschriften vervollständigen, Pflichtfelder festlegen, die ein Deal vor dem Status „gewonnen“ haben muss.
Selbst bauen oder eine fertige Lösung einsetzen?
Das entscheidet die Zahl Ihrer Sonderfälle, nicht die Programmierkenntnis im Haus. Ein Standardablauf mit wenigen Ausnahmen, etwa „Deal gewonnen, Aufgabe anlegen, Kanal benachrichtigen“, gehört zuerst in die eingebaute Automatisierung von Pipedrive; reicht die nicht, in Zapier, Make oder n8n oder in eine fertige App aus dem Plugin-Katalog. Solche Abläufe sind oft an einem Nachmittag fertig; Sie zahlen dann ein Abonnement statt Entwicklungszeit. Pflegefrei ist auch dieser Weg nicht: Workflows brechen, wenn sich Felder ändern, jemand muss Fehlermeldungen lesen, und auch Zapier, Make und n8n zehren vom selben Tagesbudget der Pipedrive API.
Eine eigene Anbindung lohnt sich dort, wo Regeln nur in Ihrem Unternehmen existieren: eine Rabattlogik, eine Provisionsaufteilung, ein Nummernkreis, der aus dem Deal abgeleitet wird. Dann bezahlen Sie nicht für die Schnittstelle, sondern für die zwölf Ausnahmen, die kein Anbieter für Sie umsetzt. Kalkulieren Sie dabei die laufende Pflege mit ein: Änderungen an der API, abgelaufene Tokens und gelöschte Webhooks fallen in Ihre Verantwortung.
Unsere eigenen Plugins arbeiten über dieselbe Schnittstelle und dieselben Regeln, die dieser Leitfaden beschreibt. Der lexoffice Sync ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt und derzeit in Wartung, also noch nicht nutzbar. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, klären Sie drei Fragen: Wie viele Ausnahmen kennt der Ablauf wirklich? Welches System führt welche Daten, wenn beide schreiben können? Und was erlaubt das Tagesbudget bei Ihrem Tarif und Ihrer Platzzahl? Wenn Sie das lieber gemeinsam durchgehen, beschreiben Sie uns Ihren Ablauf.